Wenn das perfekte Online-Date zum Betrug wird

Romance-Scamming ist eine beliebte Masche, um auf Online-Dating-Portalen mit euren Gefühlen zu spielen und euch um viel Geld zu bringen. So erkennt ihr den Betrug, bevor es zu spät ist.

Vom Traum-Date zum Alptraum

Auf Online-Dating-Portalen wie Tinder sind viele Singles auf der Suche, nach der großen Liebe. Die Auswahl an potenziellen Partnern scheint dabei riesig. Doch vorsichtig, darunter verbergen sich auch zahlreiche Betrüger, die nur an euer Geld wollen. Das perfekte Match kann so schnell vom Flirt zum Albtraum werden.

Wenn euch Cyberkriminelle mit Fake-Profilen um den Finger wickeln und euch dann unter einem Vorwand um Geld zu bitten, ist die Rede von Romance oder auch Love Scamming. Diese Betrugsmasche wird als eine moderne Form des Heiratsschwindels bezeichnet. Doch nicht nur auf Dating-Portalen, sondern auch auf Social-Media-Plattformen wie Instagram ist Vorsicht geboten.

Die Betrüger, die zu einem großen Teil aus Afrika kommen, machen bei ihrer Vorgehensweise vor nichts halt. Sie sind immer nur auf euer Geld aus, die am Ende zerstörten Gefühle sind egal. Denn auf die spielt der vermeintliche perfekte Partner an. Auffallend schnell versucht er oder sie eure Gefühle für sich zu gewinnen und auf eine intime Stufe zu stellen. Damit das gelingt, wird euch Interesse sowie Aufmerksamkeit vorgespielt und kurz danach folgen bereits die Liebesbekundungen.

Vorschussbetrug ist eine beliebte Masche

Nicht selten versuchen die Betrüger euch aus dem Plattforminternen Messenger heraus auf andere Messenger wie WhatsApp oder SMS zu leiten. Hier sei es ja um einiges unkomplizierter zu schreiben. Außerdem entgehen die Betrüger den Prüfungen der Dating-Portal.

Dieses Liebesgeflüster kann schon mal eine längere Zeit dauern, da der Gegenüber sehr viel Zeit investiert, um euch auf einer Gefühlsebene von ihm abhängig zu machen. Ist sich der Betrüger sicher, dass ihr dies nun seid, geht es ganz schnell um die Flugticket-Gebühren für das erste Treffen, eine größere Geldsumme oder Pakete, die ihr annehmen sollt.

Die Tageszeitung Münchner Merkur berichtete über eine Flugbegleiterin, die auf einen falschen Militär-Angehörigen aus Amerika hereingefallen ist. Es waren simple Fragen, die ihr Herz eroberten. Die Betrüger klauten die Fotos eines Militärs aus Amerika und nutzten diese, um Einsätze im Irak vorzugaukeln. So entschuldigten sie die langen Kontaktpausen. Dann sollten immer höhere Beträge überwiesen werden, für den Sohn zum Geburtstag, zu Weihnachten und schließlich um gegen die Versetzung anzugehen. Das Geld wanderte allein in die Taschen der Betrüger.

Andere Beispiele sind: das Ticket für den Flug ist zu teuer, Schwierigkeiten nach einem Krankenhausaufenthalt oder ein neues gemeinsames Konto soll eröffnet werden, dazu wird eine Kopie des Passes benötigt. Die Betrüger sind kreativ, was nicht nur die Lebensgeschichte des Partners angeht, sondern auch die Probleme oder warum gerade ihr Geld schicken sollt. Die Überweisungen gehen meist an oder über MoneyGram oder Western Union Konten.

Wenn das Geld dann einmal überwiesen ist, ist es weg. Genauso wie der vermeintliche Herzbube oder die Herzdame. Viel könnt ihr dann nicht mehr machen, außer Strafanzeige stellen. Dabei ist es wichtig, dass ihr besonders viel Material wie gesicherte Chats, Fotos oder E-Mail-Adressen vorweisen könnt. Ansonsten verläuft die Spur der Betrüger äußerst schnell im Sande. Ihr könnt euch aber gut vorab schützen.

So schützt ihr euch

Habt immer ein gewisses Misstrauen bei neuen Online-Kontakten, vor allem wenn sie nicht in eurer Umgebung wohnen. Trefft euch mit ihm oder ihr am besten in eurer Nähe und achtet darauf, dass euer Traumpartner nicht gerade erst aus dem Ausland herüberfliegen muss. Gebt in Text-Nachrichten, Mails oder Telefonaten nicht zu viel Persönliches preis, dies können Betrüger schnell gegen euch verwenden, um euch zu erpressen.

Kontrolliert die Informationen, die ihr von dem angeblichen Schwarm auf dem Silbertablett geliefert bekommt. Das Profilbild könnt ihr gut über die Google Bildersuche prüfen. Findet ihr andere Profile mit demselben Bild oder stellt sich durch die Rückwärtssuche heraus, dass es sich um eine völlig andere Person handelt, solltet ihr sofort den Kontakt ein. Klingen die Nachrichten verdächtig kopiert, überprüft auch diese. Häufig sind diese Nachrichten standardisiert und es werden nur eure Namen oder Informationen eingetragen.

Habt ihr einen Verdacht, brecht den Kontakt sofort ab und blockiert diese Person. Viele Partner-Börsen haben eine Funktion, über die ihr die Accounts melden könnt. Auch der Kundendienst der Online-Dating-Dienste steht euch mit Rat und Tat zur Seite. Seid ihr betroffen, habt keine Angst und wendet euch an die Polizei.

Dieser Artikel erschien zuerst auf Netzwelt

von Maren