Lesbensex kann überaus vielseitig sein. In der heutigen Zeit ist es glücklicherweise kein Tabu mehr, offen über gleichgeschlechtliche Erfahrungen zu sprechen oder sich online Anregungen zu holen. Einer gewissen Sexstellung kommt gerade zwischen zwei Frauen eine besondere Faszination zu: der Scherenstellung, in der Fachsprache als Tribadie bekannt. Was in Erotikfilmen sehr anregend und einfach aussieht, erfordert in der Praxis allerdings ein wenig Übung und vor allem Vertrauen. Die Scherenstellung ist eine sehr intime Sexstellung und kann für atemberaubende Höhepunkte sorgen. In diesem Artikel möchten wir erklären, wie lesbian scissoring funktioniert und woher die Praktik überhaupt stammt.

Was ist Scissoring?

Der Name lässt bereits vermuten, wie die Stellung aussehen könnte. Die meisten Menschen, die schon mal etwas von Scissoring gehört haben, verbinden mit der Stellung das Bild von ineinander verschlungenen Frauenbeinen, das bei genauerer Betrachtung ein wenig an zwei Scheren erinnert. Wer sich darunter immer noch nicht so recht etwas vorstellen kann, der sollte die Position einmal mit den Fingern nachahmen. Hierzu formt man mit beiden Händen das Peace-Zeichen und führt die Zwischenräume der Zeige- und Mittelfinger zusammen. Entgegen so mancher Behauptung ist Scissoring keineswegs (nur) die Missionarsstellung für lesbische Frauen. Die Stellung ist weitaus vielfältiger. So können nicht nur Genital an Genital gerieben werden, sondern z. B. auch Genital an Oberschenkel, Oberkörper oder Brust. Der Fantasie sind in dieser Hinsicht kaum Grenzen gesetzt. Die Stellung kann in der Missionarsposition, aber auch in der Reiter- oder Löffelchenstellung praktiziert werden. Erlaubt ist, was sich für beide Partner gut anfühlt. Übrigens kann Scissoring auch heterosexuellen Paaren Freude bereiten.

Ursprung und Geschichte dieser Lesben-Sexstellung

Die alten Römer und Griechen kannten noch keine Bezeichnung für den Sex zwischen zwei Frauen. Allgemein konnte man sich damals noch nicht vorstellen, wie Sex ohne das Glied des Mannes funktionieren soll. Der Begriff „Tribade“ wurde Anfang des ersten Jahrhunderts geprägt und bezeichnete eine Frau, die andere Frauen oder auch Männer mit ihrer eigenen Klitoris penetrierte oder Hilfsmittel für die Penetration nutzte. Wie bereits erwähnt, glaubte man damals noch, dass Penetration unbedingt zum Geschlechtsverkehr dazugehören müsse. Die künstlicheren Darstellungen von Tribaden zeigten daher meist Frauen mit einer überdimensional großen Klitoris.

In der Spätantike wurde „Tribadie“ letztlich immer häufiger mit der Sexstellung assoziiert, der uns heute als lesbian scissoring bekannt ist. Der Begriff setzt sich aus zwei Wortkomponenten zusammen: „tribo“, was so viel wie reiben bedeutet und „tribas“, die Bezeichnung für eine lesbische Frau. Bis weit ins 19. Jahrhunderte hinein war der Begriff „Tribade“ eher negativ geprägt. Damit wurden Frauen bezeichnet, die laut damaliger Moralvorstellungen unsittliche Handlungen mit anderen Frauen begingen.

Erst in den letzten Jahren hat sich aus dem einstigen Tabu eine Art Faszination entwickelt. Auch wenn es nicht die eine lesbische Stellung gibt, ist die Schere zu einer Art erotischem Sinnbild für den Liebesakt zwischen zwei Frauen geworden. Dennoch sei erwähnt, dass es keine Leitlinien für lesbischen Sex gibt. Geschmäcker sind bekanntlich verschieden. Nicht jede lesbische Frau mag die Scherenstellung, ebenso wie nicht jede heterosexuelle Frau es genießt, einen Mann oral zu befriedigen.

So gelingt die Scherenstellung

Scissoring erfordert vor allem eines: einen gemeinsamen Rhythmus. Dieser ist manchmal gar nicht so einfach zu finden. Auch ein wenig Beweglichkeit in den Gelenken kann nicht schaden. Wer die Schere zum ersten Mal ausprobieren möchte, sollte sich im Vorfeld ein wenig dehnen, damit es nicht plötzlich während des Liebesspiels zu unangenehmen Muskelkrämpfen kommt. Regelmäßiges Yoga-Training ist hier übrigens der Geheimtipp schlechthin. Bei der Schere kann man abwechseln, welcher Partner den aktiven oder passiven Part übernehmen möchte.

Am wichtigsten ist es, dass nichts erzwungen wird. Beide Partner sollten die Sache entspannt angehen. Nichts schmälert die Erregung mehr als eine verkrampfte Atmosphäre. Wenn zwischen den Partnern ein großer Unterschied hinsichtlich der Körpergröße besteht, könnte die Schere vielleicht ein wenig schwieriger zu praktizieren sein. Unmöglich ist es aber keinesfalls. Hier hilft nur ausprobieren, bis man die richtige Position gefunden hat. Bei der Schere kommt es zu einer sehr intensiven Reibung von Haut an Haut, was manchmal ein wenig scheuern kann. Gleitgel kann in diesem Fall nicht nur Abhilfe schaffen, sondern auch für zusätzliches Prickeln sorgen.

Bei aller Erotik sollte auch eines nicht vergessen werden: Bei derart intensivem Schleimhautkontakt, wie ihn die Schere ermöglicht, kann es zur Übertragung von HPV, Herpes oder Scheidenpilz kommen. Besonders dann, wenn es sich nicht um die feste Partnerin, sondern um einen One-Night-Stand handelt, ist auch zwischen zwei Frauen die Verhütung ein nicht zu vernachlässigendes Thema. Hierzu eignen z. B. Latextücher.

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