Sexmythen über lesbische Frauen

Lesbische Frauen oder Paare müssen immer wieder mit Vorurteilen kämpfen. Im Laufe der Zeit haben sich viele Mythen entwickelt. Diese Mythen sorgen dafür, dass lesbische Frauen neben Vorurteilen auch mit Diskriminierung zu kämpfen haben. Einige Mythen werden wir heute aufdecken.

Inhalt

Mythos 1: Lesbische Frauen hatten nie Sex mit einem Mann

Für viele besteht das Bild einer Lesbe daraus, dass sie schon immer auf Frauen gestanden haben muss. Die ersten Schwärmereien waren für Frauen und die erste Beziehung war mit einer Frau. Daraus erschließt sich automatisch, dass der erste intime Moment ebenfalls mit einer Frau stattgefunden haben müssen. Diese Ansicht ist falsch. Sicherlich gibt es homosexuelle Frauen, die ihre ersten sexuellen Erfahrungen nicht mit einem Mann gemacht haben. Doch diese Vermutung auf alle lesbischen Frauen zu übertragen, ist nicht richtig. Jede Frau hat ihre individuelle Geschichte. Dabei haben viele ihre eigenen Erfahrungen mit Männern gemacht. Manche Frauen berichten über schöne Sex-Erlebnisse mit Männern. Wieder andere hatten überhaupt keinen Spaß beim Geschlechtsverkehr und wissen heute, dass sie nicht auf Männer stehen.

Mythos 2: Frauen haben keinen Sex miteinander, sie kuscheln und knutschen nur

Manche Menschen denken, dass Sex nur dann vollkommen ist, wenn der Penis in die Vagina eindringt und beide zum Orgasmus kommen. Wie soll Sex in diesem Fall für zwei Frauen möglich sein? Daher besteht der Mythos, dass zwei Frauen nur miteinander kuscheln und knutschen. Im Grunde definiert jeder Mensch den Begriff Sex jedoch anders. Es zählen alle Berührungen der körperlichen Intimität. Und wer glaubt, homosexuelle Frauen haben ausschließlich Sex ohne Penetration, täuscht sich. Die klassische Vorstellung beim Sex von zwei Frauen ist das Scherenprinzip. Es gibt heutzutage viele Möglichkeiten für den Geschlechtsverkehr zwischen zwei Frauen. Dazu zählen zum Beispiel Sextoys. Viele Frauen beschreiben den Sex mit Frauen übrigens als sinnlicher, denn Frauen sind oft empathischer als Männer.

Mythos 3: Frauen kommen nur durch Penetration zum Orgasmus

Passend dazu hält sich Mythos Nummer Drei. Verschiedene Menschen gehen davon aus, dass eine Frau nur durch die Penetration mit einem Penis oder Sextoys zum Orgasmus kommen kann. Tatsächlich ist es jedoch so, dass viele Frauen nicht nur durch Penetration kommen. Sie benötigen eine zusätzliche Stimulation der Klitoris. Vaginale Penetration ist nicht der einzige Weg, um zum Höhepunkt zu gelangen. Zudem haben Frauen unterschiedliche sexuelle Vorlieben und erleben sexuelle Erfüllung auf verschiedene Arten. Oftmals gehen die Gerüchte um, dass lesbische Frauen Penetration hassen oder eine Phobie haben. Auch das entspricht nicht der Wahrheit. Wie bei jedem Menschen kommt es auf die individuellen Bedürfnisse an.

Mythos 4: Lesbische Frauen verführen ihre besten Freundinnen

In der Tat glauben viele Menschen, dass homosexuelle Frauen auf jede andere Frau stehen. Besonders ihre besten Freundinnen sind nicht mehr sicher vor ihnen. Grund dafür sind wahrscheinlich die unrealistischen Darstellungen in den Medien. In Wahrheit spielt die sexuelle Orientierung jedoch keine Rolle, wie Menschen ihre Beziehungen aufbauen. Selbstverständlich sind Lesben wie jeder andere Mensch in der Lage, Freundschaften zum gleichen Geschlecht aufzubauen. Ihre Beziehungen basieren auf denselben Grundlagen, wie bei heterosexuellen Menschen. Die Tatsache, dass eine Frau auf Frauen steht, bedeutet nicht, dass jede andere Frau interessant ist. Es passiert immer wieder, dass Frauen von homosexuellen Frauen Abstand nehmen, weil sie Angst haben, belästigt zu werden.

Mythos 5: Lesbische Frauen benötigen keine Verhütungsmittel

Natürlich besteht während des Geschlechtsverkehrs zwischen zwei Frauen keine Gefahr einer Schwangerschaft. Die Gefahr für Geschlechtskrankheiten ist jedoch auch bei Sex zwischen zwei homosexuellen Frauen gegeben. Krankheiten wie zum Beispiel HIV, Syphilis oder Tripper. Viele Geschlechtskrankheiten werden auch über Schleimhäute übertragen. Daher werden sogenannte Lecktücher über die Vulva oder den Anus gelegt. Dadurch wird eine orale Ansteckung vermieden. Beim Einsatz von Sextoys ist es sinnvoll, ein Kondom überzuziehen. Beim Einsatz der Hände sollte nur eine Hand für die Befriedigung der Partnerin genutzt werden. Zudem ist es wichtig, die Hände zu waschen. Einweghandschuhe sind eine gute Alternative, da diese bei Bedarf schnell gewechselt werden können.

Mythos 6: Jede Lesbe ist eine Kampflesbe

Ein weit verbreitetes Bild über Frauen, die sich zu Frauen hingezogen fühlen, ist das Bild einer „Kampflesbe“. Dabei wird davon ausgegangen, dass lesbische Frauen dominant und aggressiv sind. Im Bett soll sich das so auszeichnen, dass zumindest eine Frau das sagen hat. Gleichzeitig entsteht das Bild von einer Frau, die sich sowohl maskulin verhält, als auch maskulin kleidet und kurze Haare trägt. Übrigens ist die Annahme, dass alle Lesben für jeden Menschen äußerst attraktiv wirken und besonders weiblich sind, eine Unwahrheit. Lesbische Frauen besitzen genauso unterschiedliche Persönlichkeiten wie Menschen mit anderen Sexualitäten. Die sexuelle Orientierung sagt nichts über den Charakter oder die Persönlichkeit aus.

Mythos 7: Die falschen Männer haben Lesben dazu gebracht, sich im Bett lieber mit Frauen vergnügen zu wollen

Immer wieder kommt es vor, dass lesbische Frauen abwertende Sprüche zu hören bekommen. Dazu gehört auch ein Spruch wie beispielsweise: „Welcher Mann ist schuld daran, dass du keine Männer mehr magst? Ich kann das schnell wieder ändern“. Wenn Frauen entdecken, dass sie sich zu Frauen hingezogen fühlen, hat das überhaupt nichts mit Männern zu tun. Manche haben schlechte Erfahrungen mit Männern gemacht, aber das kann in jeder Beziehung vorkommen. Es ist ganz unterschiedlich, wann Menschen merken, welches Geschlecht sie für eine Partnerschaft bevorzugen. Manchmal merken sie erst nach Jahrzehnten, dass sie keine Beziehung mit einem Mann führen möchten. Die sexuelle Orientierung eines Menschen hängt nicht mit negativen Erfahrungen eines Geschlechts zusammen. Vielmehr wird sie von Faktoren wie genetischer, biologischer und psychologischer Einflüsse geprägt.

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