Du bist sicherlich schon einmal auf den Begriff „Sugardaddy“ gestoßen. In den sozialen Medien machen auch junge, emanzipierte Frauen diese Art des DatingEs ist beliebt. wmn verrät, was dahinter steckt und ob es immer Verschneiden für Geschlecht in diesen Beziehungen gibt.

Es geht bei Sugardaddys darum, dass Männer im reifen Alter eine Beziehung zu einer erheblich jüngeren Frau suchen. Diese erhält durch das Führen dieser Beziehung entweder direkte, finanzielle Abgaben, oder andere Leistungen ausgezahlt wie teure Geschenke oder sogar die Finanzierung des Lebensunterhaltes.

Auf verschiedenen Plattformen können Sugardaddys sich auf der Suche nach ihrem Sugarbaby, wie die junge Dame genannt wird, machen. Jede Beziehung ist dabei individuell, die „Bezahlung“ ist nicht bei allen Paaren einheitlich.

Auch die Motivation, die romantische Beziehung zu führen ist von Pärchen zu Pärchen sind unterschiedlich, wobei hervorzuheben ist, dass das Verhältnis von Sugardaddy und Sugarbabe maßgeblich von offensichtlich finanzieller Motivation seitens der Frau geprägt ist. Als Dienstleistung ist Sex nicht immer mit inbegriffen, manchmal sind Sugardaddys auch einfach auf der Suche nach etwas Gesellschaft.

Gemeinsam shoppen, etwas unternehmen: Es muss nicht immer Sex sein. Foto: PinkCoffee Studio – stock.adobe.com

Doch: Warum lassen sich junge, oft auffallend hübsche Frauen auf diese Beziehungen ein? Wir befinden uns gerade in der historisch dritten und womöglich massivsten Feminismus-Welle, in der Frauen immer wieder um finanzielle Unabhängigkeit ringen.

Die afrikanische Beziehungsexpertin Okoro Blessing Nkiruka erklärt in einem Video auf ihrem TikTok-Kanal @officialblessingceo, dass Sugardaddys jungen Frauen alles bieten, was „süß ist und glänzt“. Sie stellt dies in Zusammenhang mit dem Konkurrenzkampf, dem Frauen im Patriarchat ausgesetzt sind. Man wolle neben den anderen Frauen durch materielle Güter hervorstechen.

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Okoro Blessing Nkiruka stellt weitere, auch fragwürdige Thesen zum Thema „Warum viele Mädchen Sugardaddys daten wollen“, auf. Eine davon ist, dass junge Frauen faul wären. Dies ist natürlich ein sehr schwaches und schlichtweg falsches Argument, was wmn einordnen möchte.

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Frauen und Personen mit einem Gender, das vom Cis abweicht, erfahren heutzutage immer noch Gewalt auf vielen Ebenen. Davon ist eine prägnante Form die der wirtschaftlichen Gewalt, die an einem schlechten Zugang zu Bildung oder Unterbezahlung ersichtlich wird.

Um zu erfahren, was eine Person dazu motiviert, zum Sugarbabe zu werden, müsste man jede einzelne befragen. Generell lässt sich jedoch feststellen, dass du für die Arbeit eines Sugarbabes keinen hohen Bildungsgrad vorweisen musst und diese somit in der Praxis „leicht“ zu verrichten ist, ganz abgesehen von den emotionalen Risiken, die eine solche Beziehung mit sich bringen kann.

Ein großer Altersunterschied macht zusammengefasst noch keine Sugardaddy-Sugarbabe-Beziehung aus. Essenziell ist der Aspekt der Bezahlung, sei es durch ein Gehalt, materielle Güter oder andere Aufmerksamkeiten. Somit ließe sich diese Beziehungsform als Sexarbeit einstufen, abhängig von den Leistungen, die das Sugarbabe erbringen muss.

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